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Die Bedeutung
und Herkunft der Sammelung Der Übergang von landwirtschaftlichen Handgeräten zu landwirtschaftlichen Maschinen in der Landtechnik hat das Gesicht der deutschen Landwirschaft so gründlich verwandelt, dass sich die junge Generation nicht mehr vorstellen kann, wie ihre Großväter und Urgroßväter gelebt, gewirtschaftet und gearbeitet haben. Die landwirtschaftliche Handgerätesammlung soll einen Einblick in die Entwicklung der Landwirtschaft vor der Wende zum Maschinenzeitalter und die Lebens-, Wirtschafts- und Arbeitsweise der damals in der Landwirtschaft tätigen Menschen geben. Die Bedeutung der Handgerätesammlund aus kultureller Sicht, ihre Herkunft, Entwicklung und Zielsetzung ist ausführlich in Band I der "Hünsrücker Blätter" beschrieben. Hier geben wir Ihnen nur einen kurzen Überblick. Die besondere kuturelle Bedeutung der Sammlung liegt in der Darstellung der vertikalen Entwicklung landwirtschaftlicher Handarbeit vor den Steinzeit bis heute. Die Handgeräte aus der Zeit vor Mitte des 19. Jahrhunderts sind meist als Modell oder in Bildform dargestellt. Die später entwickelten Geräte sind hier im Orginal zu sehen. Die Sammlung stammt aus westdeutschen Gebieten -überwiegend aus dem Rheinischen Schiefergebirge. Sie ist in foldendem Zeitraum entstanden: Ab 1922 beginnen Prof. Derlitzky, Dr. Schmidt und Dr. Weber an der Forschungsanstalt für Landwirtschaftlichelehre in Pommritz (Sachsen) mit der systematischen Sammlung von Handarbeitsgeräten aus der Landwirtschaft 1923 erhält Dipl. Landwirt Steinmetz von Prof. Seedorf an der Universität Göttingen den Forschungsauftrag: "Die Landarbeit mit Gerätschaften vor allem im südwestdeutschen Raum" zu dokumentieren. 1939 wird die Steinmetz-Sammlung (ca. 1600 Einzelstücke) mit der Handgerätesammlung der Firma Wolf-Geräte, Betzdorf, zusammengeführt. 1954 wird die Sammlung Wolf-Seinmetz aufgeteilt. Etwa ein Drittel erhält das Institut für Technik im Gartenbau-Hochschule Hanover, den Rest das Max-Planck-Institut in Bad Kreuznach. 1978 wird das Max-Planck-Institut, Bad Kreuznach, aufgelöst. Das Staatliche Seminar für landwirtschaftliche Lehr- und Beratungskräfte in Emmelshausen übernimmt für das Land Rheinland-Pfalz die landwirtschaftliche Handgerätesammlung. 1988 erhält das Staatliche Seminar einen Teil der Göttinger Sammlung auf 1926 zur Ergänzung übereignet. 1991 besitzt das Staatliche Seminar Emmelshausen ca. 3500 landwirtschaftliche Geräte. Neu hinzugekommen sind zwei weitere Attraktionen: "Die alte Dorfschmiede aus Langscheid und das Backhaus aus Ehr." Bis in die fünfziger Jahre wurde die Landarbeit in erster Linie mit Handgeräten verrichtet, bevor die Feldarbeit durch den Einsatz von gespann- oder schleppergezogenen Landmaschinen stark erleichtert wurde. Handarbeitsgeräte haben jedoch nie an Bedeutung verloren, da sie als verlängerter Arm dem Menschen auch heute noch die Arbeit stark erleichtern, verbessern und auch beschleunigen. Aus diesem Grund ist es unbedingt notwendig, dass eine solche entwicklungsgeschichtlich und kulturhistorisch wertvolle Sammlung landwirtschaftlicher Handgeräte für unsere Nachfahren erhalten bleibt.
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